Freitag, 20. Januar 2017

New Banking: Ein kurzer Wochenrückblick #KW3

Von Ralf Keuper

Anbei eine Liste von Meldungen, die mir in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind:

Donnerstag, 19. Januar 2017

Digitale Identitäten erlangen strategische Bedeutung im Banking

Von Ralf Keuper

Langsam aber sicher bekommt das Management der Digitalen Identitäten im Banking strategische Bedeutung. Den öffentlichkeitswirksamen Startpunkt setzte das World Economic Forum mit seinem Bericht A Blueprint for Digital Identity.The Role of Financial Institutions in Building Digital Identity. Seitdem haben einige Banken und Beratungshäuser Studien und Beiträge publiziert, in denen die hohe Relevanz der digitalen Identitäten für das Banking betont wird. Exemplarisch dafür ist die UBS mit ihrem lesenswerten Digital Identity Whitepaper. Erwähnenswert sind weiterhin die Beiträge What will digital identity look like in financial services? Here are three possible scenariosHow to get started with digital identity und Are we heading for an identity crisis in fintech?.

In dem Report The value of digital identity to the financial service sector, der von Barclays gesponsert wurde, steht das von der britischen Regierung eingeführte Identitfizierungsverfahren GOV.UK.Verify und seine Eignung für das Banking im Mittelpunkt. 

Ein Anbieter, eine Branche alleine, darin sind sich die Marktbeobachter und Insider nach meinem Eindruck weitgehend einig, wird es nicht schaffen, "den" Standard für das Management digitaler Identitäten zu setzen. Es wird je nach Land unterschiedliche Verfahren geben, wie in Indien mit Aadhaar, in Estland mit e-Residency und Großbritannien mit GOV.UK.Verify. In Deutschland wird m.E. der neue Personalausweis (nPa) mit der eID eine entscheidende Rolle spielen, wovon Anbieter wie Authada profitierten dürften. 
Den Markt für digitale Identitäten werden sich private und staatliche Anbieter teilen. Der Staat wird dabei die Rolle einer Letztinstanz für die Verifikation der digitalen Identitäten übernehmen. Ergänzend dazu werden Telekommunikationsunternehmen, Automobilhersteller, Internetkonzerne, Banken und weitere Anbieter, wie aus dem Umfeld der Personal Information Management Systems, versuchen, die Nutzer für ihre Identity-Services zu gewinnen. Stand heute werden sich die Banken auf die Themen KYC, AML und Sicherheit konzentrieren. Ob und inwieweit es ihnen gelingt, die Kunden mit darüber hinausgehenden Services an sich zu binden, wie Roberto Contri in How to get started with digital identity an den Punkten Offerings, Revenue und Competitiveness thematisiert, muss sich noch zeigen. Die Chance besteht. 

Der Vorteil der Banken gegenüber Fintech-Startups besteht eindeutig in der Skalierung, dem Kundenstamm und den finanziellen Möglichkeiten. Mit der Umsetzung von PSD2 wie überhaupt mit dem Open Banking Paradigma ist auf Seiten der Fintech-Startups die Hoffnung verbunden, auch im Bereich der Digitalen Identitäten die Rolle des Schrittmachers zu übernehmen. Das Thema gehört m.E. jedoch eher in den Bereich RegTech. Vorstellbar ist, dass es auf diesem Gebiet, wie schon jetzt zwischen Fintech-Startups und Banken, zu Kooperationen kommen wird. 

Montag, 16. Januar 2017

API-Banking mit dem Xero Financial Web

Von Ralf Keuper

Die Frage, welche Marktteilnehmer - Fintech-Startups oder Banken - am meisten von der Einführung der PSD2 profitieren, wird seit einiger Zeit intensiv diskutiert, wie in PSD2: Who wins?.

In Australien zeigt m.E. der Hersteller von Buchhaltungs- bzw. Unternehmenssoftware Xero mit seinem Financial Web, wohin die Reise auch in Europa gehen könnte. Mit Xero können die Unternehmen ihre Finanzdaten über API auch Banken zur Verfügung stellen. Auf diese Weise könnten sich Banken schneller einen Einblick in die Finanzlage des Unternehmens verschaffen und zügiger über Kredite entscheiden. Abgesehen davon könnte die Bank - im Idealfall - das Unternehmen beraten, z.B. bei der Optimierung des Finanzmanagements (Working Capital). Diese Rolle könnten aber ebenso gut andere Anbieter, wie Fintech-Startups übernehmen. So macht Xero seinen Kunden mittels API die Dienste von Fintech-Startups wie OzForex oder Moula (working capital lender) zugänglich. 

In Zukunft könnten Anbieter wie Xero ein Sammelpunkt (aggregation point) werden, über den Finanzinformationen bereitgestellt werden. Xero wäre damit quasi eine Clearingstelle für die Informationsflüsse im Banking - übertragen in die PSD2-Terminologie käme das dem Aufgabenspektrum eines Account Information Service Providers schon recht nahe. 

Xero hat inzwischen das Retail Banking ins Visier genommen, wie in Xero expands bank links zu erfahren ist. 

Weitere Informationen:

Sonntag, 15. Januar 2017

Aufstieg und Fall des Hauses Barings

Von Ralf Keuper 

Im 18. und 19 Jahrhundert war die Barings Bank das einflussreichste Bankhaus am Finanzplatz London. Allenfalls die Rothschilds konnten den Barings den Rang streitig machen, was ihnen im Laufe des 19. Jahrhunderts auch gelang. Der eigentliche Begründer der Barings-Dynastie war der aus Bremen stammende Kaufmann Johann Baring, der sich in Exeter niederließ, wo er eine florierende Handelsgesellschaft betrieb. Seine Nachkommen wandten sich dem Bankgeschäft zu. Spezialität des Hauses Baring war die Finanzierung von Staaten, vornehmlich des britischen Empire, das für die Kriegsführung auf Kapital angewiesen war. 
Die Barings Bank war ihrer Zeit häufig voraus, wie David Landes feststellt:
Die Barings-Bank war die erste ihrer Art; eine moderne Universalbank, die mit Gütern aller Art handelte und anderen Handelshäusern Geld lieh (in: Die Macht der Familie)


Ihren Aufstieg in die höchsten gesellschaftlichen Kreise Englands verdankt die Familie Francis Baring. Erste Anzeichen des Niedergangs zeigten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die Bank in eine bedrohliche Schieflage geriet. Im Jahr 1890 wurde der Bank ein Kredit an die argentinische Regierung zum Verhängnis. Das südamerikanische Land wurde von revolutionären Unruhen erschüttert. Hinzu kam noch der Abzug großer Geldsummen der russischen Regierung. Folge davon war, dass die Bank von anderen Geldhäusern, an vorderster Front dabei die Bank of England, gerettet werden musste. 
Gut 100 Jahre später befand sich die Bank erneut in einer existenziellen Krise. Verantwortlich dafür waren fehlgeschlagene Spekulationsgeschäfte eines Händlers in der Niederlassung Singapur - Nick Leeson
Anders jedoch als hundert Jahre zuvor, war die Bereitschaft der britischen Banken, Barings vor dem Untergang zu bewahren, gering - aus nachvollziehbaren Gründen, wie David Landes schreibt:
1890 hatten gute Gründe für die Befürchtung bestanden, ein Barings-Konkurs werde in einer Kettenreaktion den Zusammenbruch weiterer Handelsbanken nach sich ziehen. 1994 gab es nur noch eine Handvoll Handelsbanken, die als Aktiengesellschaften strukturierten Universalbanken waren um ein Vielfaches größer und stärker, der Untergang des Hauses Barings drohte die Branche allenfalls leicht erzittern zu lassen (ebd.). 
Kurzum: Die Barings-Bank war nicht mehr systemrelevant.  

Den Absturz von Barings hat Judith Rawnsley in dem Buch Der plötzliche Bankentod. Barings - die Insider Geschichte eindrucksvoll geschildert. 

Freitag, 13. Januar 2017

New Banking: Ein kurzer Wochenrückblick #KW2

Von Ralf Keuper

Anbei eine Liste von Meldungen, die mir in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind: